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Zynismus im Internet

Zahlreiche Studien befassen sich mit Treibern und Folgen des Nutzervertrauens im Internet. Wie können Anbieter von Informationen oder Dienstleistungen im Netz Vertrauen gewinnen?Das Forschungsteam um Prof. Dr. Christian P. Hoffmann hat in den vergangenen Jahren wertvolle Erkenntnisse zu diesem Forschungsfeld beigesteuert.

Dabei wurde immer wieder auch die Beobachtung gemacht, dass Internetnutzern auf Informationen oder Dienste zugreifen, ohne deren Urhebern tatsächlich Vertrauen zu schenken. In einem neuen Forschungsprojekt in Kooperation mit der Vreije Universiteit Amsterdam wird dieses als „Privacy Cynicism“ bezeichnete Phänomen vertieft untersucht.

Zynismus bezeichnet einen kognitiven Mechanismus der Rechtfertigung eines Verhaltens, das als schädlich erkannt wird. Das Forschungsteam konnte im vergangenen Jahr eine Definition des Konzepts und erste Masse für empirische Erhebungen entwickeln. Derzeit wird eine Befragung unter jungen Internetnutzern durchgeführt, um Einflussfaktoren auf den Online-Zynismus zu differenzieren.

Die Erforschung des Zynismus-Konzepts stellt eine wertvolle Erweiterung der Vertrauensforschung dar, welche bisher einseitig den Aufbau von Vertrauenskapital empfiehlt ohne anzuerkennen, dass heute beträchtliche Wertschöpfungsprozesse im Netz gänzlich ohne ausgeprägtes Nutzervertrauen Erfolge erzielen.