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Neue Darstellungsformen in Journalismus und Corporate Publishing

Scrollytelling, Webdokumentationen, selektive Multimediastorys: Jüngst sind im stationären und mobilen Internet neue Darstellungsformen zur Hintergrundinformationen entstanden, die das technische Potenzial von Onlinemedien für das Storytelling nutzen und an die Usability der Endgeräte angepasst sind. Im Rahmen eines Mehrmethodenprojekts werden die publizistischen und ökonomischen Potenziale für Journalismus und Corporate Publishing aus Rezipienten- und Kommunikatorperspektive untersucht.

PROJEKTZIEL

Ziel des umfassenden Forschungsprojekts, das in vier Modulen durchgeführt wird,  ist die fundierte Untersuchung von Nutzerwartungen, Rezeptionsvorgängen, Produktionsbedingungen und Angeboten.

Vorgehen

Um Rezeptionerwartungen und -vorgänge, Motive und Produktionsbedingungen der Kommunikatoren sowie die Gestaltung der Angebote aus Journalismus und Corporate Publishing zu untersuchen, wurde mehrstufig in vier aufeinander aufbauenden Modulen vorgegangen.

Modul 1 erfasst die Nutzererwartungen an neue digitale Darstellungsformen. Es geht um das publizistische und ökonomische Potential von geschichtenorientiertem Journalismus im stationären und mobilen Internet aus Nutzersicht. Dazu wurden Qualitätserwartung sowie Zahlungsbereitschaft in einer repräsentativen quantitativen Face-to-Face-Befragung mobiler Internetnutzer in Deutschland (n = 248, quotiertes Sample nach Alter, Bildung und Geschlecht, basierend auf ACTA 2013) abgefragt. Aus der Befragung, die das gesamte Medienrepertoire zur Hintergrundinformationen erhoben hat ((Zeitung, Zeitschrift, TV, Radio, Computer/Laptop, Smartphone/Tablet-PC/E-Reader), konnten zudem unterschiedliche Nutzertypen von Hintergrundinformationen identifiziert werden.

Modul 2  beleuchtet darauf abgestimmt die Produktionsbedingungen neuer Darstellungsformen in Journalismus und Corporate Publishing, Motive für den Einsatz und Erwartungs-Erwartungen in Redaktionen, Unternehmen und Agenturen (quantitative (Online-)Kommunikatorbefragung von n = 109 Verantwortlichen, die bereits Scrollytelling-Beiträge, Webdokumentationen oder Multimediastorys produziert haben). 

Modul 3 untersucht den Einsatz online- und mobilspezifischer Potentiale (analog zu den in der Rezipienten- und Kommunikatorbefragung verwendeten Items) in geschichtenorientierten Darstellungsformen (Scrollytelling, Web-Doku, selektive Multimediastory) im stationären und mobilen Internet mittels einer quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse ausgewählter Publikationen aus Journalismus (n = 119) und Corporate Publishing (n = 332).   

Modul 4, schließt die Studie schließlich mit einer Rezeptionsbeobachtung ab. Untersucht werden Nutzungsmuster geschichtenorientierter Darstellungsformen (Scrollytelling, Web-Doku, Multimediastory) im stationären und mobilen Internet. Dazu wird eine videogestützte Beobachtung der vier in Modul 1 identifizierten Nutzertypen von Hintergrundinformationen (Viel- und Wenignutzer, Online-Nutzer und Offline-Nutzer) durchgeführt. Die Rezeption prototypischer Darstellungsformen wird durch die Methode des lauten Denkens begleitet.