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Der CEO als Sündenbock

Seit den Anfängen der Menschheit beruht das Zusammenleben in sozialen Gruppen auf Schuldzuweisungsritualen. Neben vergangenen Vorstellungen von bösen Hexen und tyrannischen Königen sind es heute vor allem Politiker, Fußballtrainer oder Wirtschaftsführer, die stellvertretend für eine Krisensituation "in die Wüste" geschickt werden. Der CEO eines Unternehmens visualisiert als Person kollektive Hoffnungen und Ängste. Besonders in nationalen Traditionsunternehmen werden Topmanager nicht selten zu Projektionsflächen gesellschaftlicher Konflikte. 

PROJEKTZIEL

Ziel des abgeschlossenen Dissertationsprojektes war eine interdisziplinäre Analyse des Sündenbock-Phänomens im Kontext der Medienberichterstattung über die ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann (Deutsche Bank), Werner Seifert (Deutsche Börse) und Hartmut Mehdorn (Deutsche Bahn). Anhand der drei Fallstudien wurden Medientexte und -bilder auf Elemente einer Sündenbock-Erzählung hin untersucht. Darüber hinaus wurde in Experteninterviews mit Journalisten und Unternehmensvertretern über die Bedeutung des Sündenbocks in der öffentlichen Kommunikation diskutiert.

Vorträge

Vorträge bei wissenschaftlichen Konferenzen (Peer-Review): 

Viertmann, C. (2015, forthcoming). Scapegoating in Media Coverage - Analysing Blame-giving Rituals in the Public Sphere, accepted Abstract, BledCom Symposium 2015, Bled, July 2015. 

Branchenvortrag: 

Viertmann, C. (2014). Der Sündenbock in der öffentlichen Kommunikation. Schuldzuweisungsrituale in der Medienberichterstattung, HeringSchuppener Frankfurt, Mai 2014. 

Publikation: 

Viertmann, C. (2015). Der Sündenbock in der öffentlichen Kommunikation. Schuldzuweisungsrituale in der Medienberichterstattung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Lehre zum Thema: 

Typen und Formen öffentlicher Kommunikation: CEO-Kommunikation im Master Communication Management, SoSe 2015.