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Beteiligung im Internet

Auch 2016 befasste sich das Forschungsteam von Prof. Dr. Christian P. Hoffmann mit den Voraussetzungen und Ausprägungen der Beteiligung im Internet.

Basierend auf den Internet-Milieus des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) analysierte Christoph Lutz die „Participation Divide“. In Fokusgruppen waren zuvor Beschreibungen aktiver und passiver Internetnutzung deutscher Bürger gesammelt worden. Diese wurden nach Milieus differenziert und charakterisiert. Dadurch konnte gezeigt werden, dass der digitale Raum aus Perspektive verschiedener Milieus sehr unterschiedliche Gestalt annehmen kann. Die Hürden einer aktiven und konstruktiven Internetnutzung unterscheiden sich entsprechend auch nach dem Habitus der diversen Milieus.

In einer Analyse britischer Internetnutzer wurde anschließend differenziert erhoben, welche Vorteile aber auch mögliche Gefahren mit der Nutzung unterschiedlicher Web-Plattformen verbunden sind und wie sich diese nach den sozioökonomischen Charakteristika der Nutzer unterscheiden. Schließlich untersuchte das Team im Kontext der aktuellen Debatte um algorithmische Filterblasen, ob und wie sich zufällige Fünde oder Begegnungen im Netz auf die Zufriedenheit der Nutzer auswirken. Die so genannte „Serendipity“ – also zufällige glückliche Entdeckungen – gilt als Rezept gegen algorithmische Einfalt im Netz. Die empirische Analyse zeigte jedoch, dass Nutzer in den meisten Nutzungskontexten keinen Mehrwert in Überraschungsmomenten sehen. Immerhin im Kontext der Informationssuche scheinen unerwartete Fünde für einen Nutzengewinn zu sorgen – ein möglicher Ausweg aus allzu hermetisch geschlossenen digitalen Echokammern.